Interdisziplinäre Anamnesegruppen 3

Interdisziplinäre Anamnesegruppen

Nachdem die erste Anamnesegruppe im letzten Semester erfolgreich gestartet ist, werden im Sommersemester 2021 zwei Anamnesegruppen als Skills Labs-Kurs angeboten. Studentisch organisierte Anamnesegruppen haben in Deutschland eine über 50-jährige Tradition und haben zum Ziel, den Studierenden Erfahrungen zu ermöglichen, die über das eigentliche Studium hinaus gehen. Hierbei ist insbesondere das ausführliche Patientengespräch zu nennen, das über die rein somatische Anamnese hinaus geht. Auch die offene Diskussionsatmosphäre der Gruppen unterscheidet sich von vielen anderen universitären Angeboten. So kann eine lehrreiche Verbindung von Selbst- und Fremdwahrnehmung ermöglicht werden.

Zentrales Element ist auch die Interdisziplinarität: Jeweils die Hälfte der Teilnehmenden studiert Medizin bzw. Psychologie. So trainieren wir eine ganzheitliche Sichtweise auf die Krankheits- und Lebensgeschichte der Patient*innen im Sinne des biopsychosozialen Modells. Jede*r Teilnehmende wird selbst ein längeres Erstgespräch mit einer*m Simulationspatientin*en führen und dies in der Gruppe reflektieren. Die anderen Teilnehmenden, sowie die Tutor*innen geben anschließend Feedback.

Die Lernziele der Interdisziplinären Anamnesegruppe sind:

  1. Patientenzentrierte Kommunikationskompetenz (Gesprächs- und Fragetechniken, Empathie)
  2. Gestaltung eines Erstgesprächs (Strukturierung und Flexibilität)
  3. Umgang mit Patientenfaktoren (Emotionen, „sensible“ Themen, kulturelle Herkunft)
  4. Selbstreflexion: Umgang mit eigenen Gefühlen und persönlichen Grenzen
  5. Interdisziplinäre Zusammenarbeit (Chancen erkennen, Vorurteile abbauen)
  6. Feedback geben und empfangen

Wir diskutieren darüber hinaus ausgewählte Themen, die eine Erweiterung des jeweiligen Curriculums darstellen sollen. Eure Vorschläge werden wir dabei gerne berücksichtigen.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation wird dieses Skills Labs-Angebot bis auf Weiteres online stattfinden. Wir werden uns über Zoom treffen und dabei werden uns Simulationspatient*innen zugeschaltet sein, mit denen wir die Erstgespräche durchführen können. Dies hat im letzten Semester bereits sehr gut funktioniert.

Die Anamnesegruppe richtet sich ausdrücklich auch an Studierende, die schon früh im Studienverlauf ihre Gesprächsführungskompetenzen und Selbstreflexion erproben wollen. Bestimmte Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Termine der beiden Gruppen:

Gruppe A (dienstags)

  • Dienstag 18:00 Uhr bis 21:00 Uhr
  • Termine: 20.04., 27.04., 04.05., 11.05., 18.05., 01.06., 08.06., 15.06., 22.06., 29.06., 06.07.

Gruppe B (donnerstags, Ausnahme: Mittwoch, 12.05. und 02.06.)

  • Donnerstag 17:30 Uhr bis 20:30 Uhr
  • Termine: 22.04., 29.04., 06.05., 05. (Mittwoch), 20.05., 02.06. (Mittwoch), 10.06., 17.06., 24.06., 01.07., 08.07.

Beide Gruppen bestehen aus acht Teilnehmenden und zwei studentischen Tutor*innen.

Nach einer Registrierung für die Skills Labs könnt ihr euch bis zum 09.04.2021 über das Kontaktformular für den Kurs anmelden. Die Reihenfolge der Anmeldungen hat keine Auswirkung auf die Auswahl. Ihr erhaltet bis zum 16.04.2021 eine Rückmeldung, ob ihr einen Platz im Kurs bekommen konntet.

Bei Fragen schreibt uns gerne eine Mail an: anamnesegruppen-bochum[at]gmx.de

Diese Veranstaltung ist freiwillig und es können keine Credit Points vergeben werden. Selbstverständlich kann eine Teilnahme bei ausreichender Anwesenheit formlos bestätigt werden. Für Medizinstudierende besteht außerdem die Möglichkeit, die Teilnahme an der Anamnesegruppe als Wahlfach (vorklinisch und klinisch) zu bescheinigen. Die Prüfungsleistung für die Bescheinigung des Wahlfachs besteht darin, eine schriftliche Reflexion des Kurses anzufertigen.

Wir freuen uns schon sehr darauf, mit euch auch in diesem Semester die Interdisziplinäre Anamnesegruppe zu gestalten!

Viele Grüße
Eure Tutor*innen

Eindrücke von Teilnehmenden

„Die Anamnesegruppe hat mir sehr viel inhaltlichen Input und Selbstvertrauen gegeben. Ich bin froh das Konzept des Anamnesehauses gelernt zu haben. Es hilft mir bei der Orientierung und verschafft mir Sicherheit.“
„Ich habe in keinem anderen Seminar so viel mitgenommen wie in diesem (Feedback, Anregungen, Erfahrungen, Gedanken).“
„Die vertrauensvolle Atmosphäre hat es sehr leicht gemacht in den Praxisphasen verschiedene Fragearten und Möglichkeiten im Kontakt mit den Patient*innen auszuprobieren und zu üben.“
„Die Teilnahme an der Anamnesegruppe kann ich insgesamt jedem uneingeschränkt weiterempfehlen! :)“
„Ich fand die Erfahrungen von beiden Disziplinen und den Austausch untereinander, sowie die Konfrontation mit extremen Emotionen bereichernd.“
"Die Herzstücke des Kurses: das Anamnesehaus und die Workshops als Leitfaden für das Gespräch und das jeweilige Feedback von den Tutor*innen, das geholfen hat sich kontinuierlich zu verbessern.“
„Ich konnte sehr viele positive Erfahrungen sammeln im Hinblick auf den roten Faden eines Gespräches, wie ich es strukturiere und wie ich empathisch Fragen stelle, ohne mein Ziel aus den Augen zu verlieren.“
„Zu den positiven Erfahrungen zählten für mich das Einüben von Paraphrasieren und Fragetypen, der Versuch einer Sexualanamnese (gut, das einmal behandelt zu haben, da dieses Thema oft im Studium hinten überfällt) und das Feedback der Tutor*innen nach den Gesprächen, auch wenn es nicht spezifisch für mich war - da konnte ich viel mitnehmen und auf mich anwenden.“
„Eine sehr intensive und lehrreiche „Lehrveranstaltung“. Die Möglichkeit, sich Gedanken zu den besonderen Aspekten der Gesprächsführung zu machen, selber ein Gespräch mit Schauspielpatient*innen zu führen und von den Gesprächstechniken der anderen Teilnehmer*innen zu lernen, war sehr gut und hilfreich."
„Durch die regelmäßigen Treffen hatte man das Gefühl, viel mitzunehmen und realistisch trainieren zu können. Zudem war es auch dadurch besonders fruchtbar, dass die Gruppe interdisziplinär war und man auch von der Kompetenz der anderen Professionen profitieren konnte."
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