Über den Kurs:

Dieser Kurs wird bereits seit 2001 von Prof. Dr. Martin Scholz durchgeführt und ist im Verlauf nur in einigen Details modifiziert und vor allem modernisiert worden.  Erste Erfahrungen mit diesem Kursus wurden sogar wissenschaftlich publiziert: A program of microsurgical training for young medical students: are younger students better? Scholz M, Mücke T, Hölzle F, Schmieder K, Engelhardt M, Pechlivanis I, Harders AG. Microsurgery. 2006;26(6):450-5.

 

Ziele des Kurses:

In diesem Kurs sollen die Studierenden die Grundlagen der Mikrochirurgie kennenlernen und zwar sowohl theoretisch als auch praktisch. Gerade in mikrochirurgischen Fächern wie der Neurochirurgie, Augenheilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, HNO und plastischen Chirurgie muss auf kleinstem Raum chirurgisch gearbeitet werden. Die Studierenden sollen nach dem Kurs in der Lage sein, Mikroskope zu tarieren und einzustellen, mikrochirurgische Instrumente und Nahtmaterial korrekt auszuwählen und mikrochirurgische Tätigkeiten wie Präparationen, Nerven- und Gefäßnähte vorzunehmen.  Wir halten es für besonders wichtig, dass die Studierenden nach dem Kurs in der Lage sind, sich leichter für oder gegen eine spätere Tätigkeit und Karriere als Mikrochirurg/in zu entscheiden. Denn gerade Mikrochirurgie erfordert eine langanhaltende Konzentration und ist beruflich nur möglich bei körperliche Eignung, viel Training und Liebe zur diffizilen Präparationen. Es wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass die Studierenden nach dem Kursus selbstständig ein Training durchführen können (z.B. an ausrangierten Mikroskopen) und auch eine eigene Trainingsoberfläche zur Bewahrung der Skills schaffen können.

Gerade in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung bleiben doch manuelle ärztliche Tätigkeiten der entscheidende Unterschied bei der Beurteilung medizinischer Qualität.

 

Umfang und Inhalt:  

Der Kurs findet als Blockpraktikum über drei Tage statt und umfasst 2 SSW also 32 Unterrichtsstunden.  Primär werden in Einführungsvorträgen operative Videos (Aneurysma, Tumorchirurgie, Rückenmarkseingriffe, Kinderneurochirurgie) gezeigt und Grundlagen erklärt. Dann wird praktisch an verschiedenen Modellen nach einem Stufenkonzept trainiert und die Fertigkeiten über 2D und 3D Modelle sowohl aus Plastik, als auch aus Pflanzen aufgebaut. Sowohl Rinderkoronarien, als auch Nerven und Rückenmark sind Zielstrukturen, die angegangen werden.

 

Abb. 1: End-zu Seit Anastomose Rinderkoronarien

 

Abb. 2 : Durahochnaht, Rückenmark (Schaf)

Als Equipment stehen moderne Mikroskope und auch Endoskope zur Verfügung mit State of the Art HD-Technik. Phototodokumentationen zur eigenen Lernerfolgskontrolle sind ausdrücklich erwünscht und möglich.

 

Am Ende des Kurses findet eine kurze Prüfung statt mit 3 Fragen zu erlernten und vermittelten Inhalten. Zur Gesamtzensur fließt zu gleichem Teil die praktische Tätigkeit während des Kurses ein (Sauberheit der Anastomosen End-zu End, End zu Seit, Einzelknopfnähte, fortlaufende Nähte, Präparationstechnik etc.).  Das Wichtigste ist aber, dass der Kurs auch Spaß machen soll, denn so lernt man erfahrungsgemäß am besten.

 

 

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